DMP
Seit 2002 werden von den gesetzlichen Krankenkassen strukturierte Behandlungsprogramme für chronisch kranke Patienten angeboten. Ziel dieser so genannten Disease-Management-Programme (DMP) ist die Verbesserung der medizinischen Versorgung der Patienten, aber auch die Kosteneinsparung, durch die Vermeidung von Behandlungen von Spätfolgen einer chronischen Erkrankung. Zur medizinischen Qualitätssicherung werden die Behandlungen im Rahmen eines Disease-Managment-Programms ausführlich vom Arzt dokumentiert. Die Daten der Dokumentationsbögen werden unter Berücksichtigung des Datenschutzes an qualitätssichernde Organisationen (Gesetztliche Krankenkassen, Kassenärztliche Vereinigungen) in elektronischer Form weitergeleitet und dort ausgewertet. Die zur elektronischen Datenübermittlung benötigten Datenschnittstellen werden von der TeveGe im Auftrag der KBV technisch entwickelt und gepflegt.
Derzeit betreut die TeveGe die Schnittstellen folgender Disease-Management-Programme:
- Diabetes Mellitus Typ 1
- Diabetes Mellitus Typ 2
- Asthma bronchiale
- Koronare Herzkrankheit (KHK)
- Mamma Ca (Brustkrebs)
- Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
eRezept
Nach §291a SGB V zählt das eRezept zu den Pflichtanwendungen der eGK. Analog zum bekannten Rezept in Papierform wird ein eRezept vom Arzt erstellt. Die Telematik-Infrastruktur stellt die notwendigen Komponenten zum Transport und der Speicherung des Dokuments auf Servern bereit. Nach der Einlösung beim Apotheker erfolgt die elektronische Weiterleitung des eRezepts zum Apothekenrechenzentrum, bzw. zur Abrechnungsstelle des jeweiligen Kostenträgers.
Der Inhalt des eRezepts wird durch die gematik mbH vorgegeben. Aufgabe der TeveGe ist die Spezifikation einer Schnittstelle auf Basis von HL7 (Version 3), CDA 2.0. Über die Schnittstelle werden Primärsysteme, d.h. PVS (Praxisverwaltungssystem) und AVS (Apothekenverwaltungssystem), an die Telematik-Infrastruktur angebunden. CDA 2.0 ist eine innerhalb der HL7-Gruppe erarbeitete und von der Normungsbehörde ANSI akkreditierte Dokumentenarchitektur für klinische Inhalte. In Deutschland wird HL7 Version 3 aktiv von der KBV, der TeveGe und der Industrie (z.B. VHitG) gefördert. Die Arbeitsergebnisse der TeveGe fließen in die Arbeitsgemeinschaft SCIPHOX ein und werden dort im Rahmen des Abstimmungsprozesses konsentiert.
Funktionsschema zum eRezept (Stand: 11/2005)
Simulation einer Telematikinfrastruktur
In Zusammenarbeit mit der KV Bayerns entwickeln wir prototypische Software um Testregionen in die Lage zu setzen, den Anforderungen der Telematik gerecht zu werden. Entwickelt wurden Simulatoren für Primärsysteme, Konnektoren und Backend-Dienste. Hierüber ist es schon jetzt möglich, die Pflichtanwendungen des §291 SGB V, wie die Abfrage des Versichertenstammdatendienstes und den Transport des eRezeptes, zu simulieren.
ePA
Die elektronische Patientenakte (ePA) gilt als die wichtigste Anwendung der Telematik. Ärzte haben die Möglichkeit, auf alle medizinischen Patientendaten direkt zuzugreifen, wenn der Patient an dieser freiwilligen Anwendung teilnimmt. Durch die Einsicht der Akte können Vorerkrankungen, Medikation, Allergien usw. in die Behandlung einfließen - Informationen, die der Arzt heute nur durch zeitaufwändige und unsichere Interview-Technik herausfinden kann.
Zum Aufbau einer globalen ePA erbringt die TeveGe aktuell verschiedene Vorarbeiten, beispielsweise im Bereich der Schnittstellenspezifikation unter Verwendung von HL7 CDA 2.0.
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